briends blog

So

27

Jan

2013

Mygnia Relaunch

Der Relaunch der Mygnia Social Writing Community ist weitgehend abgeschlossen. Kleinere Anpassungen werden wir in den nächsten Wochen noch vornehmen.

 

Insgesamt haben wir nach den Erfahrungen der ersten Monate ein stärkeres Gewicht auf das Erlebnis der Leser gelegt und insbesondere das Erschließen der vorhandenen Inhalte erleichtert.

 

Ein weiteres Highlight ist die Mygnia 3D-Welt, die aufgrund einer Initiative in der Mygnia-Community zurzeit entsteht.

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Sa

08

Sep

2012

Hörzu-Online-Beitrag über Mygnia

Nach der WELT KOMPAKT widmet sich nun auch die Programmzeitschrift Hörzu in ihrer Online-Ausgabe dem Mygnia-Projekt. Aktives Mitgestalten als Alternative zum passiven Fernsehkonsum - das Beispiel zeigt, dass auch Programmzeitschriften ihren Horizont und den ihrer Leser erweitern können!

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Di

28

Aug

2012

WELT KOMPAKT-Interview zu Mygnia

Heute ist in der WELT KOMPAKT ein großes Interview mit Dr. Karl-Ludwig von Wendt alias Karl Olsberg zum Thema Social Writing erschienen.

Der Text ist hier online lesbar.

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Mi

22

Aug

2012

Das Dilemma des Innovators

Was kann die Buchbranche von den Herstellern von Baggern, Stahlwerken und Computerfestplatten lernen? Eine ganze Menge, denn sie alle litten unter dem "Dilemma des Innovators", das der Harvard-Professor Clayton Christensen identifizierte und das nun auch die Buchwelt heimsucht. Es erklärt, warum gerade die Marktführer Schwierigkeiten haben, mit radikalen Marktumbrüchen umzugehen. Mehr dazu im aktuellen Beitrag des Buchreport-Blogs von Dr. Karl-Ludwig von Wendt.

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Fr

13

Jul

2012

Die optimale Flopquote

Gibt es das - eine optimale Flopquote? Sollte sie nicht 0% sein? Nein. Tatsächlich sprechen Erkenntnisse aus der Evolutionstheorie wie auch praktische Beobachtungen dafür, dass Flopquoten zwischen 60% und 80% eine maximale Innovationskraft und Fortschrittsgeschwindigkeit ermöglichen. Warum das so ist, steht in einem aktuellen Blogbeitrag von briends-Gründer Karl von Wendt im Buchreport.

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Di

29

Mai

2012

Warum der Wandel so lange dauert

In einem Beitrag im Buchreport-Blog beschäftigt sich Dr. von Wendt mit der Frage, warum Unternehmen so viel Zeit brauchen, um auf Veränderungen zu reagieren - und was man von der Natur lernen kann, um sich besser auf den Wandel einzustellen.

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Mo

07

Mai

2012

Stehen Sie in der Todeszone?

Ein neuer Beitrag im Buchreport-Blog von briends-Geschäftsführer Karl-Ludwig von Wendt stellt ein Konzept vor, mit dem Sie Ihre Situation in Bezug auf Veränderungsdruck und Veränderungsfähigkeit selbst einschätzen können. Befinden Sie sich in der Ruhe-, Pionier-, Turbulenz- oder Todeszone?

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So

22

Apr

2012

AGABU

Auf einer Konferenz über Produktionstechnik habe ich vor einigen Jahren dieses schöne Akronym kennengelernt: AGABU steht für "Alles ganz anders bei uns", eine gern genommene Begründung dafür, warum bestimmte erkennbare Entwicklungen für alle anderen gelten, aber nicht für den eigenen Markt, das eigene Unternehmen etc.

 

AGABU hätte man auch über den Artikel schreiben können, der in der englischsprachigen Ausgabe von SPIEGEL ONLINE erschienen ist und mit spürbarer Begeisterung vom von uns sehr geschätzten Branchen-Fachmagazin Buchreport als "Lesetipp" aufgenommen wurde. In der Tat ist es ja bei all den Hiobsbotschaften der letzten Monate auch irgendwie nett, mal zu lesen, dass doch alles nicht so schlimm wird wie in Amerika, weil ja schließlich "alles ganz anders ist bei uns".

 

Bei näherem Hinsehen allerdings bleibt von der "Analyse des E-Book-Leseverhaltens" nicht viel übrig. SPIEGEL ONLINE analysiert nicht selbst, sondern zitiert lediglich eine längst bekannte Studie. Darin wird nach Gründen dafür gesucht, warum der deutsche E-Book-Marktanteil mit ca. 1% weit niedriger ist als in den USA. Die Gründe lauten verkürzt:

  • Im Unterschied zu den USA gibt es in Deutschland eine flächendeckende Versorgung mit Buchhandlungen
  • Es gibt angeblich eine "emotionale Bindung zum Buchdruck"
  • E-Books sind in Deutschland aufgrund der Preisbindung teurer
  • E-Books haben einen höheren Mehrwertsteuersatz.

 

Das mag alles sein. Aber erklärt es die Unterschiede tatsächlich? Und vor allem: Bewirkt es eine grundsätzlich andere Entwicklung bei uns? Wäre AGABU also berechtigt? Wir glauben, nein. Denn:

  • Die "flächendeckende Versorgung" hat den Erfolg von Amazon nicht verhindert und wankt zudem gerade bedrohlich.
  • Die "emotionale Bindung zum Buchdruck" ist (nach unserer immer wieder bestätigten Beobachtung) schnell vergessen, sobald man die enormen praktischen Vorteile eines guten Readers selbst erlebt hat.
  • Die Buchpreisbindung legt nicht fest, dass E-Books nicht deutlich günstiger sein können als gedruckte Bücher. Schon jetzt ist erkennbar, dass sich günstige E-Books sehr viel besser verkaufen als teurere, die Preiselasitizität also sehr hoch ist. Zunehmender Wettbewerbsdruck wird im Preisgefüge noch manches verändern, Preisbindung hin oder her.

Somit bleibt allein der unterschiedliche Mehrwertsteuersatz, der aber bei einem E-Book, das netto 5 Euro kostet, gerade einmal einen Preisunterschied von 60 Cent ausmacht.

 

Was der Artikel dagegen als Erklärung für den unterschiedlichen Marktanteil außen vor lässt, ist schlicht die Zeit. Der Amazon Kindle wurde in den USA im Herbst 2007 eingeführt, in Deutschland im Frühjahr 2011. Diese dreieinhalb Jahre Zeitunterschied reichen vollkommen aus, um die Differenz im Marktanteil zu erklären, denn 2007 war dieser auch in den USA verschwindend gering. Es gibt also keinen Grund, anzunehmen, dass bei uns die Entwicklung weniger dramatisch verläuft als in den USA. Im Gegenteil könnte ein massives Engagement von Amazon, Apple und Google in Deutschland zu einer drastischen Beschleunigung der Entwicklung führen.

 

AGABU? Mitnichten!

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Mi

11

Apr

2012

Mygnia und die S-Kurve

Wer wissen möchte, wie die ersten Tage des Mygnia-Projekts verlaufen sind, kann dies ab heute in einem Blogbeitrag von Karl-Ludwig von Wendt auf buchreport.de lesen.

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Mo

02

Apr

2012

Weltenbaustelle

Pünktlich am 30.3. wurde das Mygnia-Projekt auf www.mygnia.de offiziell gelauncht. Das ist sicher schon ein Grund, stolz zu sein - welches IT-Projekt ist heutzutage schon termingerecht fertig?

 

Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. Die Website ähnelt noch mehr einer Baustelle als einem fertigen Haus. Vieles ist noch nicht optimal, manches funktioniert überhaupt noch nicht so, wie wir uns das vorstellen. Wir haben das Portal trotzdem schon live geschaltet, weil wir auf die Mithilfe der User zählen. Sie sollen uns selbst sagen, was wir verbessern können und müssen - so können wir sicher sein, an den richtigen Details zu arbeiten.

 

Das kann man sicher nicht mit jedem Projekt machen, aber in diesem Fall handelt es sich ja ohnehin um ein Mitmach-Projekt: Die Mygnia-Community soll gemeinsam eine ganze fiktive Welt konstruieren. Da macht es umso mehr Sinn, dass die Tools dafür ebenfalls von der Community optimiert werden.

 

Ob das Experiment funktioniert, werden wir erst nach Monaten wissen, denn naturgemäß ist die Website heute noch so gut wie unbekannt und die Userzahlen sind noch sehr klein. Das ist durchaus Absicht - so fallen die Ungereimtheiten und Schwachstellen der noch nicht optimierten Website weniger stark ins Gewicht und wir können in Ruhe Erfahrungen sammeln.

 

In den nächsten Wochen werden wir dann ordentlich die Werbetrommel rühren. Dann wird sich zeigen, ob von denen, die vorbeischauen, einige bleiben und nachhaltig am Weltenbau mitwirken.

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Mi

28

Mär

2012

Ein Social Writing-Experiment

Am kommenden Freitag, dem 30.3. startet (aller Voraussicht nach) das Social Writing-Projekt "Mygnia" unter der Leitung von briends-Gründer Karl-Ludwig von Wendt alias Karl Olsberg. In einem Gastbeitrag des Buchreport-Blogs erläutert von Wendt die Idee und die Gedanken dahinter. Weitere Beiträge sollen folgen, um den Fortschritt des Projekts für die ganze Branche sichtbar zu machen.

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Mi

28

Mär

2012

Die Macht der Contentmarke

Wer hätte das für möglich gehalten? Joanne K. Rowling veröffentlicht ihre E-Books exklusiv auf ihrer eigenen Plattform Pottermore - und bringt Amazon dazu, die Bücher in deren eigenem Shop zu verlinken, ohne sie direkt zu verkaufen! Für Mike Shatzkin, einen ausgewiesenen Kenner des US-Markts, ein "game changing moment".

 

Zwar erhält Amazon sicher eine - möglicherweise sehr attraktive - Kompensation für diese Weitervermittlungen. Doch jeder Händler weiß: Das Letzte, was man tut, ist den eigenen Kunden aus dem Laden zu schicken, damit er die gesuchte Ware irgendwo anders kauft. Denn die Gefahr ist groß, dass er dann nicht mehr zurückkommt und Umsatz auf Dauer verloren geht.

 

Es muss den unbesiegbar scheinenden Giganten Amazon enorme Überwindung gekostet haben, sich auf diesen Deal einzulassen. Und zwar einen Deal nicht etwa mit einem Verlagsriesen, sondern mit einem Start up, das bis dahin überhaupt noch keine E-Books verkauft hat!

 

Das beweist vor allem eins: Die enorme Macht, die der Besitz einer so wertvollen Contentmarke wie Harry Potter verleiht!

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Mi

21

Mär

2012

Selfpublishing wird salonfähig

Auf der Leipziger Buchmesse war das Thema Selfpublishing eines der am meisten diskutierten. So wurde umfangreich, unter anderem auf stern.de, über das von Franz Patzig und Leander Wattig veranstaltete "Autorencamp" berichtet, auf dem Autoren in erster Linie über ihre Chancen abseits der klassischen Verlage diskutierten. briends-Geschäftsführer Dr. Karl-Ludwig von Wendt stellte dort das Konzept des Social Writing vor, eine Alternative für Autoren, die nicht völlig auf sich allein gestellt "im stillen Kämmerlein" schreiben und veröffentlichen wollen.

 

Noch vor Kurzem als "Vanity publishing" verlacht, nehmen inzwischen immer mehr Verlage das Thema ernst. Die einen sehen es als Bedrohung, die anderen (etwa Droemer-Knaur mit seiner Plattform Neobooks) als Chance.

 

Manche sehen darin eine "Blase, die bald platzen könnte", und nehmen das Thema immer noch auf die leichte Schulter. Ein gefährlicher Irrtum: Nachdem Youtube sich allmählich zur ernsthaften Konkurrenz für TV-Sender mausert und Self Publishing auch im Musikbereich an Bedeutung gewinnt, sollte eigentlich jedem klar sein, dass dies keine vorübergehende Erscheinung ist.

 

Es ist ein Irrtum, zu glauben, nur Verlage könnten für hochqualitative Inhalte garantieren. Plattformen wie Youtube leben davon, dass unter Millionen schlecht gemachter Amateurbeiträge immer noch eine stattliche Anzahl echter Perlen zu finden sind. Diese verbreiten sich über soziale Medien buchstäblich "wie ein Lauffeuer". Die Qualitätsauswahl treffen hier also die User selbst. Man kann das in den Hitlisten von Amazon und Apple bereits jetzt ablesen.

 

In Zukunft wird es unserer Überzeugung nach immer mehr solcher "Independent Hits" auch im Buchmarkt geben. Und auch das Self Publishing wird sich professionalisieren: Die besten Autoren werden erkennen, dass ein Lektorat und eine professionelle Covergestaltung nicht notwendiges Übel, sondern gut angelegtes Geld sind. Verlage werden es dann schwer haben,  zu argumentieren, warum der Autor nur einen kleinen Teil der E-Book-Erlöse bekommen soll.

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Sa

10

Mär

2012

Interview mit dem Buchreport

In einem aktuellen Exklusivinterview mit dem Fachmagazin Buchreport erläutert Dr. Karl-Ludwig von Wendt unsere Sichtweise zu den Herausforderungen der Buchdigitalisierung und den Chancen durch die Entwicklung von Contentmarken sowie Social Writing.

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Mo

05

Mär

2012

Langfristig denken

Wer würde 42 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen ausgeben, um damit eine Uhr zu finanzieren, die die nächsten 10.000 Jahre funktionieren soll? Sicher jemand, der langfristig denkt.

 

Dieser jemand ist derselbe, der vielen in der Buchbranche als Inbegriff typisch amerikanischen, seelenlosen Profitdenkens gilt: Jeff Bezos. Ein bemerkens- und sehr lesenswerter Artikel im Economist wirft ein anderes Licht auf den Amazon-Gründer. Bezos ist zweifelsohne einer der großen Strategen in der digitalen Wirtschaft, ob man sich nun darüber freut oder nicht.

 

Wie wir schon an anderer Stelle ausgeführt haben, tut jeder, der mit diesem Mann auf demselben Spielfeld spielt, gut daran, ihn möglichst genau zu verstehen. Bezos selbst ist es allerdings ziemlich egal, was andere über seine Strategie denken: "We are willing to be misunderstood for long periods of time."

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Sa

18

Feb

2012

Vom Versandhandel lernen

In einer aus unserer Sicht sehr treffenden Analyse zeigt Jochen Krisch, E-Commerce-Experte und Chefblogger bei Exciting Commerce (dem erklärten Lieblingsblog von Otto-Vorstand Rainer Hillebrand), die problematische Situation der deutschen Buchhändler und Verlage auf. Vor allem ein Satz sticht dabei hervor: "So propagiert der Branchenverband der Buchindustrie in seiner Mischung aus Hilflosigkeit und Verzweiflung weiter das Prinzip Buch - anstatt etwa das Prinzip Lesen oder ein zeitgemäßes Leseerlebnis in den Vordergrund zu stellen."

 

"Solution in Search of a Problem" nennt man das in der Softwareindustrie und unter Start up-Gründern - man passt seine Marktsicht an das eigene Produkt an und nicht umgekehrt. Dass diese Sichtweise ziemlich gefährlich ist, kann man beispielsweise am Niedergang von Karstadt-Quelle sehen.

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Sa

11

Feb

2012

Einfach klasse!

Dieses Video zeigt auf wunderbar intelligente Weise, wie unterschiedlich man die Veränderungen des Buchmarkts sehen kann. Es ist zu recht ein viraler Hit geworden. Glückwunsch an die Kreativen im DK Verlag!

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Mo

06

Feb

2012

Der große Irrtum

Ein aktuelles Statement von RandomHouse-Verlagsleiter Georg Reuchlein im Buchreport hat mich zu einem kurzen Kommentar dort und diesem längeren Blogbeitrag veranlasst. Es geht um einen fundamentalen Irrtum, den KiWi-Verleger Helge Malchow gegenüber SPIEGEL ONLINE besonders prägnant formuliert hat: "Je komplexer und pluralistischer das Angebot an Manuskripten wird, desto mehr braucht es Instanzen, die erstens professionell auswählen, zweitens professionell veredeln und drittens professionell vertreiben. Das gilt sowohl für die analoge wie für die digitale Welt."

 

Nein, tut es nicht! Man kann das gar nicht oft genug betonen, denn den fundamentalen Unterschied zwischen Gedrucktem und Digitalem haben so viele, die es betrifft, offenbar immer noch nicht verstanden: Digital heißt unbegrenzt verfügbar, unbegrenzt und kostenlos vervielfältigbar, ohne irgendwelche Flächenrestriktionen.

 

Die Auswahlkompetenz, auf die sich viele Verlage berufen und aus der sie ihre Existenzberechtigung herleiten, ist im Internet schlicht und einfach überflüssig! Die Schlussfolgerung, je mehr "Schrott" es gäbe, umso dringender bräuchte man jemanden, der die Spreu vom Weizen trennt, ist falsch. Sie basiert auf dem Trugschluss, dass mehr Inhalt automatisch schwierigere Auswahl bedeutet. Doch das stimmt nicht: Das Internet beweist uns täglich das Gegenteil.

 

Nehmen wir als Beispiel Youtube. Niemand weiß, wie viele Videos dort aktuell verfügbar sind. Wenn man sie alle anschauen wollte, hätte man ein Problem, denn jede Minute werden über 48 Stunden neues Material hochgeladen. Man bräuchte also allein knapp 3.000 Menschen, um auch nur live mitzuverfolgen, was an Inhalten dazu kommt - von dem, was schon da ist, ganz zu schweigen. Youtube ist also das Musterbeispiel für ein "immer größer und unübersichtlicher werdendes Angebot", das zum allergrößten Teil aus langweiligem Schwachsinn besteht. Wenn man dafür eine professionelle Auswahl-Instanz bräuchte, dann müsste es sie doch längst geben, oder?

 

Vermutlich gibt es in Fernsehsendern immer noch Leute, die davon träumen, bei Online-Videos ihre "Auswahlkompetenz" zum Tragen zu bringen. Denn das können Fernsehmanager wirklich: Ein spannendes Programm zusammenstellen. Das müssen sie auch, denn Sendezeit ist knapp und die Konkurrenz stark. Ich war selbst Marketingleiter bei einem Fernsehsender und kenne die Programmdiskussionen recht gut. Sie resultieren aus der erwähnten Knappheit der Sendezeit. Ich kann um 20.15 Uhr, auf dem wichtigsten Sendeplatz, eben nur genau einen Spielfilm bringen und muss mich entscheiden, welche Zielgruppe ich damit erreichen will und wann ich mein bestes Pulver verschieße (denn auch der Vorrat an "Blockbustern" ist natürlich begrenzt).

 

Youtube hat dieses Problem nicht. Der Plattform ist es völlig egal, was hochgeladen und angeschaut wird. Denn sie muss sich nicht auf einen "Kanal" beschränken - Youtube bespielt quasi Hunderte von Millionen Kanälen parallel. Weil es die Knappheit des Sendeplatzes nicht gibt, muss niemand "professionell auswählen". Das schaffen die User ganz von allein, indem sie "coole", lustige oder nur für eine kleine Minderheit interessante Videos weiterempfehlen - über Blogs, Facebook, Twitter etc. Diese Empfehlungsmaschine funktioniert übrigens um Längen besser als jede Fernsehzeitung oder kompetente Beratung in der Buchhandlung (sofern es die überhaupt noch gibt), denn ich selbst entscheide ja, wessen Empfehlungen ich vertraue, und mein soziales Netz kennt mich viel besser, als es eine "kompetente Auswahlinstanz" je könnte.

 

Gibt es einen prinzipiellen Unterschied zwischen Youtube-Videos und E-Books? Das eine ist kostenlos, das andere nicht, und - wie mir einmal ein Verlagsmanager sagte - in ein Buch muss man wesentlich mehr "Lebenszeit" investieren als in ein kurzes Video. Mag sein. Doch E-Books nivellieren die Unterschiede bereits deutlich - ich kann beispielsweise kostenlos bei Amazon jedes Buch anlesen und muss mich erst danach entscheiden, ob ich es kaufen möchte. Hier investiere ich weder Geld noch allzu viel Zeit "blind" auf die Empfehlung, die ich vielleicht über Twitter bekommen habe. Außerdem gibt es ja noch die unheimliche Treffsicherheit der "Recommendation Engines", die aus meinem Verhalten und dem anderer erschreckend präzise vorhersagen können, was mich interessiert.

 

Für all das braucht man keine Verlage. Wer also seine Existenzberechtigung an dieser Auswahlfunktion festmacht, bekommt ein umso größeres Problem, je höher der digitale Anteil am Buchmarkt ist. Aber zum Glück gibt es andere Möglichkeiten, sich für die digitale Zukunft fit zu machen.

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Mo

30

Jan

2012

Ansgar Heveling teilt aus

Auf diese Art verteidigt zu werden, ist vermutlich das Schlimmste, was dem deutschen Urheberrecht passieren kann. Kritische Anmerkungen zu dieser von jedem Sachverstand befreiten Tirade erübrigen sich.

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Fr

27

Jan

2012

Liebe deinen Feind

Wenn man die einschlägigen Artikel in den Branchenmagazinen liest (z.B. hier und hier) oder sich mit Lektoren, Verlegern und Buchhändlern unterhält, dann kommt man sich fast wie in einem Stephen King-Roman vor: Unheimliche Dinge geschehen, hinter denen etwas Urtümliches, abgrundtief Böses steckt. Das Grauen hat auch einen Namen: Amazon. Hinter dessen nach außen kundenfreundlicher Fassade strebt der durchtriebene Erzbösewicht Jeff Bezos nach der Weltherrschaft.

 

Wer Bezos für die Personifizierung des Bösen hält, sollte sich den Gefallen tun und seine bewegende Rede vor Absolventen der Universität von Princeton anhören. Anderseits lässt Amazons Geschäftsgebaren aber auch keinen Zweifel daran, dass die Firma keine Rücksicht auf etablierte Branchenstrukturen nimmt. Bezos ist ein kühler Rechner, ein brillanter Kopf, sicher kein Charismatiker wie Steve Jobs, aber er hat ebenso viel Energie und Tatendrang wie der Apple-Gründer, und er hat ähnlich viel erreicht. Man muss ihn nicht mögen, man sollte ihn vielleicht fürchten, aber vor allem sollte man ihn respektieren - und versuchen, von ihm zu lernen.

 

Denn eines ist klar: Amazon hat seine dominierende Stellung im Buchmarkt nicht mit schmutzigen Tricks erreicht, sondern mit Weitblick und einer derart konsequenten Kundenorientierung, dass der Service der Firma der globale Benchmark geworden ist. Aus Verlags- und Buchhandelssicht mag Amazon ein sehr unliebsamer Marktteilnehmer sein, aber Kunden lieben die Firma - mit gutem Grund.

 

Wenn Amazon heute allein auf weiter Flur ist, was den E-Book-Markt angeht, dann liegt das vor allem daran, dass niemand Amazon ernsthaft entgegengetreten ist. Die eher kümmerlichen und unkoordinierten Versuche im letzten Jahr, einen buchhandelskompatiblen deutschen E-Reader auf den Markt zu bringen, sprechen da Bände: Die deutsche Buchbranche hat den Amazon-Erfolg nicht nur zugelassen, sondern sogar mit unausgegorenen Konzepten gefördert.

 

Es ist zugegebnermaßen leichter, im Nachhinein Kritik zu üben, als im Voraus die Bedrohung zu erkennen und rechtzeitig etwas dagegen zu unternehmen. Die Globalisierung spielte Amazon ebenso in die Hände wie der große amerikanische Binnenmarkt, und für lokale deutsche Wettbewerber ist es schwierig, dem etwas entgegen zu setzen. Schwierig, aber nicht unmöglich. Mit dem Vorsprung in Bezug auf die Vorlieben deutscher Leser, dem ausgedehnten Stationärhandelsnetz und der geballten Medienmacht deutscher Verlage hätte man den Riesen aus Seattle ohne Weiteres in seine Schranken weisen können.

 

Dazu ist es nun zu spät. Aber es ist noch nicht zu spät, um von Amazon zu lernen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir aufhören, die Firma und ihren Gründer zu dämonisieren und bei jeder Gelegenheit schlechtzureden. Stattdessen sollten wir ihn für das einzigartige technische Konstrukt bewundern, das er geschaffen hat, für die extrem effizienten Prozesse, die Konsequenz, mit der Kundenversprechen eingehalten werden. Erst, wenn wir diese Vorzüge lieben lernen, können wir wirklich verstehen, was Amazon groß gemacht hat.

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So

22

Jan

2012

Kampf den Piraten!?!

Auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Publikumsverlage waren optimistische und auch kämpferische Töne zu hören: "Die Enteignung der Verwerter und Urheber durch organisierte Kriminelle und ahnungslose User" müsse verhindert werden. Zu Wort kam u.a. die Autorin Lucia Etxebarria, die aufgrund der massenhaften illegalen Downloads ihres neuen Buches, bevor es überhaupt als Druckwerk verfügbar war, sogar das Schreiben an den Nagel hängen will.

 

Solche Töne sind Wasser auf die Mühlen derer, die glauben, bestehende Strukturen bewahren zu können, indem sie die Übeltäter, die Piraten eben, mit allen Mitteln bekämpfen - eine im Börsenverein des Deutschen Buchhandels weit verbreitete Sichtweise.

 

Um es gleich klarzustellen: briends wendet sich entschieden gegen Urheberrechtsverletzungen. Wir sind ebenfalls dafür, dass illegale Downloads effektiv bekämpft werden, und freuen uns, wenn Übeltäter wie jüngst Kim Schmitz gefasst und der Justiz übergeben werden. Wir sind auch nicht der Meinung, dass das bestehende Urheberrecht wegen angeblicher Undurchsetzbarkeit aufgeweicht werden sollte, wie es z.T. die Piratenpartei und die Grünen fordern (das wäre letztlich eine Kapitulation des Rechts vor dem Rechtsbruch).

 

Aber: Aus unserer Sicht sind die Piraten nicht das Kernproblem des E-Book-Wandels, und ihre Bekämpfung mit juristischen Mitteln nicht die Lösung. Wir warnen eindringlich davor, die Fehler der Musikindustrie zu wiederholen, die sich viel zu lange auf die Abwehrschlacht gegen das "Böse" konzentriert und dabei vergessen hat, sich um die berechtigten Interessen ehrlicher Kunden zu kümmern. Das Ergebnis war, dass erst branchenfremde Unternehmen wie Apple zeigen mussten, wie man mit Musik trotz intensiver Piraterie und ganz ohne Kopierschutz immer noch Geld verdienen kann.

 

Illegale Downloads bekämpft man aus unserer Sicht am wirkungsvollsten, wenn man die Downloader davon überzeugt, lieber legale Mittel zu nutzen. Da helfen Apelle nur wenig. Was stattdessen gebraucht wird, sind komfortable Lösungen, die den User nicht durch umständliche DRM-Systeme behindern, den raschen und flächendeckenden legalen Zugang zu möglichst vielen Buchtiteln und - das Tabuthema schlechthin - angemessene Preise.

 

Es ist wichtig, sich klar zu machen, dass es im Internet keine harte Trennung zwischen "Gut" und "Böse" gibt. Fast jeder Internetnutzer (inklusive der meisten Verlagsmitarbeiter) hat vermutlich irgendwann schon einmal das Urheberrecht verletzt, indem er z.B. privat geliehene CDs kopiert oder Fotos aus dem Internet in Powerpointpräsentationen verwendet hat, ohne den Urheber um Erlaubnis zu fragen. Dieselben Leute laden ihre Musik nicht auf russischen Servern herunter, sondern kaufen sie bei iTunes. Häufig genug ist die praktische Unmöglichkeit oder Umständlichkeit, etwas legal zu nutzen, der Grund für das Abdriften in die Illegalität.

 

Das soll keine Entschuldigung sein - Unrecht bleibt Unrecht. Aber es weist den wirkungsvolleren Weg zur Bekämpfung des Piraterieproblems. Und der lautet schlicht: Konzentration auf die Bedürfnisse der zahlungswilligen Kunden.

 

Anders ausgedrückt: SOPA ist der falsche Denkansatz. Den richtigen zeigen zum Beispiel Apple und Amazon. Sehr schön hat es auch die die für Netzpolitik zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes auf Twitter ausgedrückt: "Auch Geschwindigkeitsüberschreitung ist illegal: Aber man installiert keine Holperschwellen auf der Autobahn."

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Fr

13

Jan

2012

42 der Top 50 Titel in den USA sind E-Books

Für manche wird es wie eine Horrorvision klingen: 8 von 10 Bestsellern sind nicht mehr gedruckte Bücher, sondern E-Books - bereits jetzt Realität in den USA. Wie lange dauert es, bis wir hier bei uns denselben Zustand erreicht haben? Oder gibt es irgendeinen fundamentalen Unterschied, der verhindert, dass E-Books in Deutschland eine ähnlich stürmische Entwicklung nehmen? Danach sieht es nicht aus.

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Do

12

Jan

2012

"Wir haben nicht mit der Wucht der Welle gerechnet"

Das ist eine mutige und ehrliche Aussage von Douglas-Chef Henning Kreke angesichts des "enttäuschenden" Ergebnisses der Douglas-Buchhandelstochter Thalia. Kreke bezieht sich auf den rasant wachsenden Anteil des Online-Handels, der Stationärhändlern zu schaffen macht. Der Trend dürfte sich in Zukunft durch die Digitalisierung der Bücher noch weiter verstärken und beschleunigen.

 

Thalia reagiert darauf ebenso wie andere Händler mit Flächenumwidmungen zugunsten von Randsortimenten ("Nonbooks") und Flächenreduktionen. Das bedeutet für Verlage: Es wird in Zukunft noch schwieriger, neue Titel noch unbekannter Autoren oder Backlist-Titel im Handel zu platzieren. Das wiederum reduziert die Attraktivität der Buchläden gerade für Vielleser weiter, die sich dann umso mehr dem Online-Handel und dem E-Book zuwenden. Ein Teufelskreis - aus Sicht der Stationärhändler jedenfalls.

 

Die interessante Frage ist: Ab welcher Stationärpräsenz lohnt es sich überhaupt noch, ein Buch zu drucken? Wann kommt der Punkt, an dem gerade bei Nachwuchs-Autoren nur noch solche Bücher gedruckt werden, die sich bereits als E-Books bewährt haben? Und welche Rolle werden dann Verlage noch spielen?

 

Verlagen, die sich nicht in drei oder fünf Jahren resignierend Krekes im Titel zitierter Aussage anschließen möchten, sondern die Chancen nutzen wollen, die sich aus dem Wandel ergeben, stehen wir gern als Diskussionspartner zur Verfügung.

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Mi

04

Jan

2012

Eine Firma wird geboren

Wenn es einen Preis für schnelles Vorlesen gäbe, wäre der Notar Dr. Robert Diekgräf, der gestern die Gründung der Briends GmbH beurkundete, ein heißer Anwärter darauf. Bemerkenswert ist seine Fähigkeit, dabei trotzdem alle wesentlichen Punkte so klar zu machen, dass sie auch ein Laie versteht und man am Ende wirklich weiß, was man eigentlich unterschreibt.

 

Vor uns liegt ein spannendes Jahr, in dem sich zeigen muss, ob es uns gelingt, unsere zentrale Botschaft deutlich zu machen: Wer jetzt als Verleger oder Buchhändler nicht handelt und sein Geschäftsmodell an die Erfordernisse eines sich rasant wandelnden Buchmarkts anpasst, wird in wenigen Jahren in ernsthaften Schwierigkeiten sein.

 

Damit das nicht passiert, gibt es ab sofort briends!

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briends gmbh

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Tel. 040-6572 9449

info[at]briends.de

 

Geschäftsführer: Dr. Karl-Ludwig von Wendt